MuTh * Musik-Theater-Gruppe der Rheingau Schule Geisenheim
MuTh
Musik-Theater-Gruppe der Rheingau-Schule Geisenheim
 

aktuelle aufführungen.

Production 2009: THE WAR and LOVE - MUSICAL



oder: No Sex in the City

Athen im Jahre 411 v. Chr. Im zwanzigsten Jahr des Peloponnesischen Krieges, dem erbitterten Bruderkrieg zwischen Athen und Sparta. Noch 13 Jahre wird dieser mörderische Kampf dauern, der mit der Niederlage Athens und der attischen Demokratie endet. "Es war bei weitem die gewaltigste Erschütterung für die Hellenen und einen Teil der Barbaren, ja sozusagen unter den Menschen überhaupt." (der Geschichtsschreiber Thukydides, 411 v. Chr.) Da wird auf dem Theater vom Frieden geträumt; von Aristophanes (ca. 445 - 385 v.Chr.), dem bedeutendsten Vertreter der sog. "Alten Komödie", deren Themen und Inhalte immer auch politische Dichtung sind. Ja, nicht nur geträumt, Aristophanes zeigt, wie mit Klugheit und Witz Frieden machbar ist / wäre: in den "Acharnern" (425 v. Chr.), im "Frieden" (421 v. Chr.) und in der "Lysistrata" ( 411 v. Chr.). Am Schluss der Trilogie bleiben als letzte Hoffnung die Frauen, die dem blutigen Machtspiel der Männer ein Ende bereiten ( könnten): Lysistrata (= die Heeresauflöserin), einer klugen, selbstbewußten Athenerin gelingt es nämlich, die Frauen aus ganz Hellas und aus allen verfeindeten Städten zu versammeln. Auf Lysistratas "Kriegslist" schwören alle ihren Eid: Wenn wir zusammenhalten und uns der Liebe enthalten, bis es die Männer nicht mehr aushalten dann ist der Krieg vielleicht noch lange nicht vorbei. Also besetzen sie zudem noch die Akropolis und bemächtigen sich des Staatsschatzes. Denn ohne Geld kein Krieg, schon gar nicht mit sexuell ausgehungerten Männern



Auf dem Theater gelingt diese Strategie, und die Komödie endet mit einem rauschenden Liebes - und Friedensfest und dem Sieg der Vernunft. Wiewohl auch Aristophanes wußte, daß Krieg und Liebe nicht so weit voneinander entfernt sind, wie es scheinen mag. Und daß er - wozu aber wäre Theater sonst da? - eine Utopie entworfen hatte. Vielleicht ist deshalb "Lysistrata" sein bis heute bekanntestes und meist gespieltes Stück geblieben. Denn die Zeiten sind ja nicht beß er und befriedeter geworden. Und die Menschen haben sich kaum verändert ... Ein Grund (genug) auch für uns, uns mit einem so alten und dennoch so aktuellen Stück zu beschäftigen. Seit 1945 war die Welt nur 30 Tage ohne Krieg; allein 2004 zählten die UNO und verschiedene Menschenrechtsorganisationen 53058 bewaffnete Konflikte. Aber auch: Leider (!?) sind es vor allem die Frauen, die den Mut haben, ihre und mögliche andere Lebensentwürfe durchzuspielen - oder einfach gesagt: Das neue MuTh - Ensemble hat eben einfach viele (starke!) Frauen. Vor allem aber: Aristophanes' Komödie ist pralles Theater - deftig und poetisch, Volkstheater im besten Sinne also, gegen alle landläufige Comedy-Fast-Food-Kost. Das ist für uns eine groß e Herausforderung, auf die wir uns aber auch sehr freuen. Umso mehr, als wir mit der Musicalfassung von Kalle Scherfling (Text) und Dietrich Stern (Musik) eine nicht nur zeitgemäße übertragung des Stoffes, sondern auch eine wunderbar ausbaufähige Grundlage für unsere Arbeit gefunden haben. Bestes Material also für die berühmt - berüchtigten MuTh - Bearbeitungen

Und so sind wir:
  • 20 Leute auf der Bühne
  • 10 Musiker
  • 1 Regieassistentin
  • ein hoch beanspruchter Technik - Staff sowie alle guten Geister vor und hinter der Bühne
  • eine Regisseurin und ein musikalischer Leiter
die sich sicher sind:

" Ohne Aristophanes lässt sich kaum wissen, wie dem Menschen sauwohl sein kann."
(G.W. F. Hegel)




05. Mai 2009 Premiere / Aula Rheingauschule Geisenheim


Weitere Vorstellungen am 06., 08. und 12. Mai 2009 / Aula Rheingauschule Geisenheim

18. Mai 2009 / Gastspiel Rheingau-Oberschule Berlin


Rheingau-Schule
MuTh AG
65366 Geisenheim
~ www.mu-th.de ~
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